Schwerpunkte der Forschung

Dies ist eine Übersicht meiner aktuellen Arbeitsgebiete.
Hier finden Sie Informationen über Studien, Publikationsvorhaben und Kooperationspartner. 
 

Diakonie

Diakonie gehört zur Kirche – keine Frage. Aber in welcher Gestalt, mit welchen neuen und alten Chancen und welchen Kompetenzen?

Aktuell entwickelt die Evangelische Landeskirche in Württemberg Wege der Personalentwicklung für Diakoninnen und Diakone. In der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg gestalte ich Bausteine der Begleitforschung und Evaluation dieses Vorhabens. Im Herbst 2016 werden alle im Diakonat Beschäftigten befragt, um Interessen in Bezug auf Personalentwicklung, Fort- und Weiterbildung zu erkunden.

Parallel dazu entsteht ein neues Projekt "Gelebtes Evangelium", in dem ab dem Jahr 2016, finanziell unterstützt durch die Evangelische Landeskirche in Württemberg, zukunftsweisende Modelle diakonischer Arbeit erprobt werden. Mit verschiedenen Instrumenten der Evaluationsforschung werden in den kommenden Jahren diese Chancen zukunftsweisender Arbeit genauer beschrieben.

Zuvor erprobte und erforschte ein Projekt der Württembergischen Landeskirche zum Diakonat bis ins Jahr 2013 neue Wege kirchlicher Arbeit, wie sie durch Diakoninnen und Diakone ermöglicht, geleistet oder vernetzt wird. Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg hatte die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernommen und evaluierte den Prozesse und die Ergebnisse. Im Frühsommer 2013 erschien die Publikation mit den Ergebnissen der Evaluationsforschung:

Ellen Eidt / Claudia Schulz (Hg.): Evaluation im Diakonat. Sozialwissenschaftliche Vermessung diakonischer Praxis, Stuttgart (2013).

 

Bildungsdispositionen Bidlungsaffinitäten Lebenslanges Lernen

Zwei parallel entwickelte Projekte "Lebenslanges Lernen" erkunden seit Ende 2014 Bildungsdispositionen von Diakoninnen und Diakonen sowie Pfarrerinnen und Pfarrern im Kontext ihrer Biografie. Auftraggeberin ist die Evangelische Landeskirche in Württemberg. Ziel der Projekte ist es, Bildungsdispositionen im Spannungsfeld von beruflicher Tätigkeit, der eigenen Person / dem eigenen Glauben sowie der beruflichen Anforderungen an Fort- und Weiterbildung vor dem Hintergrund der individuellen Bildungsgeschichte zu verstehen. Die hierdurch zugänglichen Einblicke in "Bildungslogiken" werden für die Entwicklung von Konzepten der Personalentwicklung sowie der Fort- und Weiterbildung nutzbar gemacht.

Im Sommer 2017 erscheint die Publikation der Ergebnisse: Claudia Schulz / Maria Rehm-Kordesee: Lebenslanges Lernen in Diakonat und Pfarramt. Biografische Rekonstruktion von Bildungsdispositionen und Analysen zu deren Nutzung für die Personalentwicklung und Weiterbildung, Münster (2017).

 

Taufentscheidungen verstehen

Viele evangelische Eltern lassen ihre Kinder nicht innerhalb der ersten zwölf Lebensjahre taufen. Dies hat unterschiedliche Gründe: Kinder "sollen einmal selbst entscheiden", Fragen der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft müssen noch geklärt werden, die Taufe wird einfach vergessen oder als wenig bedeutsam erachtet ...

In diesem empirischen Forschungsprojekt erkundete ich gemeinsam mit dem Stuttgarter Dekanatsbezirk Zuffenhausen und dem Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst der EKD die Perspektiven potenzieller Taufeltern. Die Ergebnise finden sich zum Download hier eingestellt: Folkert Fendler / Claudia Schulz (Hg.): Taufentscheidungen erkunden und verstehen, Hildesheim (2013).

 

Kirche und Milieus  Kirche und Vielfalt  Herausforderungen der wachsenden Diversität für die Kirche(n)

Die Vielfalt, die in Kirche und Diakonie sichtbar wird, ist für Menschen innerhalb und außerhalb der Kirchen eine Herausforderung. Ebenso herausfordernd wird die Kommunikationsform der Hassrede, die sich vielfach in Mailings und Postings in alten und neuen Medien Bahn bricht und jenseits der Grenze zur Verunglimpfung für die Aktiven zur Belastung wird. Seit 2016 bearbeite ich im Auftrag des Studienzentrums für Genderfragen in Kirche und Theologie der Evangelische Kirche in Deutschland das Projekt "Verhasste Vielfalt. Hate Speech im Raum von Kirche und Diakonie. Eine Analyse der Verunglimpfung kirchlichen und diakonischen Engagements im Themenfeld Diversität". Das Projekt rekonstruiert die Dynamik von Verunglimpfung in Kirche und Diakonie zu Fragen der Diversität.

Die Rede von Gott ist immer von Erfahrungen, Vorlieben und Interessen geprägt. Je nachdem findet sie dann statt in einer Sprache, die manche gut verstehen und andere befremdlich finden. Der Kirche geht es ebenso: Die einen mögen dies, andere mögen das. Wo aber Gott sich allen Menschen gleichermaßen zuwendet und eine Kirche oder Gemeinde dies sichtbar machen will, hat sie ein Problem. Im Projekt "Milieus praktisch" beschreiben wir, was die Verschiedenheit der Menschen für die praktische Arbeit in der Kirche bedeutet. Zum Beispiel für Predigt, Musik, Angebote, Gemeinde-Entwicklung oder Ehrenamt. Eine zweite Publikation erweitert die Milieuperspektive auf die Bereiche des kirchlichen und diakonischen Handelns.
Mehr Literatur ...

Ein aktueller Aufsatz beschreibt den Unsinn im Umgang mit der Milieuperspektive und zeigt die kirchentheoretischen und praktischen Herausforderungen der Milieuperspektive: Eberhard Hauschildt / Eike Kohler / Claudia Schulz: Wider den Unsinn im Umgang mit der Milieuperspektive, in: WzM 64 / 1 (2012), 65-82.

 

Gottesdienst und Liturgie

Gottesdienst ist mehr als die Predigt, Liturgie mehr als die Lieder drumherum. Wie entstehen Gottesdienste und wo liegen die Interessen und Bedürfnisse in ihrer liturgischen Gestaltung? 

Nach Antworten suchte zehn Jahre nach Einführung des Evangelischen Gottesdienstbuchs eine Studie, getragen von der Liturgischen Konferenz in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD und der Universität Bonn. Einer explorativen Phase mit Gruppendiskussionen unter Pfarrer/innen, Kirchenmusiker/innen und Ehrenamtlichen folgte eine quantitative Erhebung, an der sich rund 2.000 Pfarrerinnen und Pfarrer aus neun Landeskirchen beteiligt haben. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2010 auf einer Tagung anlässlich des zehnten Geburtstags des Gottesdienstbuchs vorgestellt und sind 2011 als Buchpublikation erschienen:

Claudia Schulz / Michael Meyer-Blanck / Tabea Spieß (Hg.): Gottesdienstgestaltung in der EKD. Ergebnisse einer Rezeptionsstudie zum „Evangelischen Gottesdienstbuch“ von 1999, Gütersloh (2011).

 

Armut

Eine gerechte Teilhabe aller Menschen an sozialen, kulturellen, ökonomischen oder politischen Prozessen würde Armut dauerhaft überwinden. Aber das ist nicht so einfach. Manche Hilfe verstärkt das Problem oder verdeckt, worum es eigentlich geht. Und die Betroffenen haben ihre eigene Sicht auf das, was zum Problem wird.

Im Projekt Teilhabe von unten habe ich für das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der EKD die subjektive Sicht auf die Armut erforscht und in Hamburg-Wilhelmsburg mit Menschen gesprochen, die von Armut betroffen sind. Die Ergebnisse liegen seit Ende 2007 vor.

"Wer hat, dem wird gegeben". Biblische Texte weiten die Sicht auf das Problem. Seit April 2009 gibt es hierzu eine neue Publikation.

Am 10. Februar 2013 wurde in der Ludwigsburger Vesperkirche die Ausstellung "Armut im Alter" eröffnet, die ich mit Studierenden der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg aus Portraits mit Betroffenen gestaltet habe.